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von Verena Schickling 4. Januar 2026
Der Jahresanfang fühlt sich für viele nach Neubeginn an. Neue Vorsätze, neue Ziele, neue Erwartungen – auch im Reiten. Doch gerade hier lohnt es sich, einen Schritt zurückzutreten. Für mich beginnt ein neues Reitjahr nicht mit höheren Ansprüchen oder schnellen Fortschritten, sondern mit einer bewussten Frage: Was brauchen Pferd und Mensch jetzt wirklich? Jahresanfang heißt nicht Neustart auf Knopfdruck Pferde kennen keinen Kalenderwechsel. Ihr Körper, ihre Muskulatur und ihr Nervensystem orientieren sich an Jahreszeiten, Bewegung, Pausen und an dem, was im letzten Jahr erlebt wurde. Nach den Wintermonaten brauchen viele Pferde: Zeit, um wieder in Bewegung zu kommen einen langsamen Aufbau von Kraft und Koordination Verlässlichkeit statt wechselnder Erwartungen Ein Jahresanfang ist deshalb kein „Reset“, sondern ein Weitergehen – in dem Tempo, das für das jeweilige Pferd sinnvoll ist. Warum ich bewusst keinen Druck mache Gerade zu Beginn des Jahres erlebe ich oft, dass Menschen sich selbst unter Druck setzen: „Jetzt müssen wir wieder regelmäßig reiten.“ „Jetzt sollen Fortschritte kommen.“ Doch Entwicklung entsteht selten durch Eile. Sie entsteht durch: klare, ruhige Strukturen Wiederholung ohne Überforderung Vertrauen in kleine Schritte Beim Reiten bedeutet das für mich: Lieber weniger, dafür bewusst. Lieber langsam, dafür nachhaltig. Was das für Kinder und Erwachsene bedeutet Kinder brauchen beim Reiten vor allem Sicherheit und Freude. Sie lernen nicht durch Leistung, sondern durch Beziehung – zum Pferd und zur Situation. Auch Erwachsene profitieren davon, Erwartungen zu reduzieren: den eigenen Körper wieder wahrzunehmen das Pferd lesen zu lernen Druck loszulassen Ein ruhiger Jahresstart schafft Raum dafür, sich neu einzufinden – ohne vergleichen, ohne funktionieren zu müssen. Beziehung vor Technik Technik ist wichtig. Aber sie wirkt nur dann, wenn die Basis stimmt. Ein Pferd, das sich verstanden fühlt, kann lernen. Ein Mensch, der sich sicher fühlt, kann sich entwickeln. Deshalb steht für mich auch im neuen Reitjahr nicht die Frage im Vordergrund, was erreicht werden soll, sondern wie der Weg dorthin aussieht. Ein bewusstes Reitjahr beginnen Ein guter Jahresstart darf leise sein. Ohne große Vorsätze. Ohne Druck. Mit Aufmerksamkeit, Geduld und Respekt – für das Pferd und für sich selbst.
von Verena Schickling 6. Dezember 2025
Viele Eltern fragen sich, welche Reitweise für ihr Kind am sinnvollsten ist. Während klassische Reitschulen oft früh mit korrekten Hufschlagfiguren, strenger Haltung und sportlicher Ausrichtung beginnen, steht beim Westernreiten etwas ganz anderes im Mittelpunkt: ✔ Natürlichkeit ✔ Gelassenheit ✔ Sicherheit ✔ Spaß und spielerisches Lernen Gerade deshalb ist Westernreiten für Kinder eine besonders kindgerechte und gesunde Reitweise. Was macht Westernreiten so kindgerecht? 1. Ein ruhiger, ausbalancierter Sitz – ideal für kleine Reiter Beim Westernreiten sitzen die Kinder: tief im Sattel stabil zwischen großen Pauschen mit viel Kontaktfläche Das gibt besonders Anfängern ein sicheres Gefühl und fördert das Gleichgewicht. 👉 Kinder fühlen sich geborgen und können sich besser auf das Pferd einlassen. 2. Pferde, die auf Ruhe und Gelassenheit trainiert sind Westernpferde (oder Pferde, die nach Westernprinzipien gearbeitet werden) sind: ruhig nervenstark fein an den Hilfen klar im Kopf Diese Eigenschaften machen sie für Kinder vorhersehbar und verlässlich – zwei Dinge, die im Kinderreiten enorm wichtig sind. 👉 Kinder brauchen ein Pferd, das ihnen Sicherheit gibt, statt sie zu überfordern. 3. Natürliche Hilfengebung statt starrer Haltung Im Westernstil geht es nicht um: ✘ gezwungene Körperhaltung ✘ festen Schenkeldruck ✘ enge Zügelführung Stattdessen vermitteln wir: ✔ weiche, klare Hilfen ✔ Impulse statt Dauerdruck ✔ Körpersprache ✔ intuitive Verständigung mit dem Pferd 👉 Genau das ist für Kinder viel einfacher zu verstehen und zu fühlen. 4. Spielerisches Lernen – statt Leistungsdruck Westernreiten lässt sich wunderbar mit spielerischen Übungen verbinden: Stangenarbeit & Trailhindernisse Balance games Slalom Geschicklichkeitsaufgaben kleine Abenteuer im Gelände Führübungen & Horsemanship Kinder lernen dadurch nebenbei: Fokus Körpergefühl Koordination Mut Problemlösung Achtsamkeit …ohne dass sich etwas wie „Training“ anfühlt. 👉 Lernen im Flow – genau das mögen Kinder am meisten. 5. Trail & Horsemanship – Abenteuer statt starre Reitbahnfiguren Statt sofort korrektes Reiten zu verlangen, erleben Kinder: wie man ein Pferd führt wie man durch Hindernisse navigiert wie man Vertrauen gewinnt wie Pferde kommunizieren wie man Aufgaben gemeinsam löst Diese Elemente gehören tief zum Westernreiten und sind perfekt für junge Reiter, die zuerst einen echten Zugang zu Pferden brauchen – nicht sportliche Perfektion. 6. Starker Fokus auf Beziehung statt Leistung Beim Westernreiten steht immer im Mittelpunkt: ✔ Wie fühlt sich das Pferd? ✔ Wie reagiert das Kind? ✔ Wie finden beide gemeinsam in Ruhe zueinander? Kinder lernen: Rücksicht Empathie Selbstbewusstsein Verantwortung Das stärkt nicht nur die Reitfähigkeit, sondern auch ihre persönliche Entwicklung. Westernreiten vs. klassische Reitschule – der entscheidende Unterschied Viele klassische Reitschulen arbeiten sportorientiert: viele Kinder gleichzeitig schneller Start mit Trense & korrektem Reiten hoher Fokus auf Haltung weniger Zeit für Bodenarbeit & Beziehung Westernreiten hingegen bietet: ✔ kleine Gruppen ✔ viel Bodenarbeit ✔ kein Leistungsdruck ✔ mehr Ruhe & Individualität ✔ eine kindliche, spielerische Herangehensweise ✔ Pferde, die auf Gelassenheit trainiert sind 👉 Für Kinder bedeutet das: weniger Druck, mehr Freude – und eine viel sicherere Grundlage für späteres Reiten. Für wen eignet sich Westernreiten besonders? Kinder mit wenig Pferdeerfahrung Kinder, die unsicher oder ängstlich sind Kinder, die motorisch gefördert werden sollen Kinder, die lieber spielerisch lernen Kinder, die einfach „Pferdezeit“ genießen möchten Kinder, die sensibel oder feinfühlig sind Warum das bei Rundum Tierisch perfekt passt Bei uns steht nicht das „perfekte Reiten“ im Vordergrund, sondern: Beziehung Vertrauen kleine Schritte Wohlbefinden von Kind und Pferd ruhiges Lernen im eigenen Tempo Westernreiten ergänzt unser Konzept ideal – es ist achtsam, gelassen und kindgerecht. Fazit – Westernreiten ist die wohl kinderfreundlichste Reitweise Weil sie: Kinder da abholt, wo sie stehen Überforderung vermeidet Natürlichkeit und Ruhe in den Mittelpunkt stellt Herz, Kopf und Körper gleichermaßen fördert Westernreiten ist nicht nur eine Reitweise – es ist ein kindgerechter, wertschätzender Weg, Kindern den Umgang mit Pferden beizubringen. „Lust auf eine entspannte Kennenlern-Einheit? Gerne zeigen wir dir und deinem Kind ganz in Ruhe, wie unser Westernreiten aufgebaut ist.“ 👉 Eine Schnupperstunde anfragen
von Verena Schickling 6. Dezember 2025
Burnout und Depression gehören heute zu den häufigsten psychischen Belastungen. Sie entstehen oft schleichend – durch Dauerstress, Überforderung, emotionale Erschöpfung oder innere Leere. Viele Betroffene fühlen sich wie „abgeschnitten“ von sich selbst, ihrem Körper und ihren eigenen Bedürfnissen. Die Reittherapie bietet hier einen besonderen Zugang: Sie verbindet Bewegung, Natur, Beziehung und Achtsamkeit – ganz ohne Leistungsdruck. Pferde reagieren feinfühlig, ehrlich und wertfrei. Sie eröffnen einen Raum, in dem Menschen wieder zu sich finden können. Burnout oder Depression – was ist der Unterschied? Auch wenn sich viele Symptome überschneiden, gibt es wichtige Unterschiede: Burnout Entsteht meist durch äußere Belastungen wie: Stress im Beruf oder Alltag langanhaltende Überforderung fehlende Erholungsphasen Vereinsamung oder Überlastung unrealistische Erwartungen an sich selbst Typische Symptome: emotionale Erschöpfung Reizbarkeit, Gereiztheit Schlafstörungen körperliche Verspannungen Verlust der Freude Gefühl, „funktionieren zu müssen“ Depression Kann aus unterschiedlichen Ursachen entstehen: genetische Faktoren biochemische Veränderungen traumatische Ereignisse chronischer Stress innere Zurückgezogenheit Typische Symptome: tiefe Niedergeschlagenheit Antriebslosigkeit Interessenverlust Hoffnungslosigkeit sozialer Rückzug Grübelspiralen Wichtig: Reittherapie ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung, kann diese aber wertvoll begleiten und unterstützen. Wie Reittherapie bei Burnout und Depression hilft 1. Pferde bringen Menschen zurück in den Körper Depression und Burnout gehen oft mit innerer Leere, Taubheit oder Übererregung einher. Die sanfte Bewegung des Pferdes wirkt: beruhigend strukturierend regulierend verbindend Betroffene spüren wieder: ihren Atem ihre Mitte ihr Gleichgewicht ihre Kräfte Viele beschreiben es als: „Endlich wieder etwas spüren.“ 2. Der Rhythmus des Pferdes beruhigt das Nervensystem Die gleichmäßige 3D-Bewegung wirkt wie eine geführte Meditation. Sie hilft: Stress abzubauen inneren Druck zu reduzieren Anspannung zu lösen den Körper zu entspannen Besonders Menschen in Überforderung reagieren positiv auf die rhythmische, wiederkehrende Bewegung. 3. Beziehung und Bindung – ohne Worte Pferde bewerten nicht. Sie spiegeln Gefühle und Energie direkt – und genau das ist heilsam: Wer angespannt ist, erlebt, wie das Pferd ebenfalls unruhiger wird. Wer ruhig atmet, merkt, wie das Pferd unter ihm entspannter läuft. Wer sich öffnet, spürt echte Resonanz. Das schafft: tiefe Verbindung Vertrauen emotionale Stabilität Für Menschen mit Depression oft ein erster Schritt heraus aus der Isolation. 4. Selbstwirksamkeit statt Hilflosigkeit Viele Betroffene fühlen sich ausgeliefert oder wertlos. In der Reittherapie erleben sie: „Ich kann das.“ „Mein Verhalten hat Wirkung.“ „Ich bin wichtig.“ Ein kleines Erfolgserlebnis, wie das Pferd bewusst zum Stehen zu bringen oder eine Übung zu meistern, ist oft ein Wendepunkt. 5. Achtsamkeit und Ruhe in der Natur Reittherapie findet in einem natürlichen Umfeld statt – oft im Wald, auf dem Platz, in ruhigen Bewegungsräumen. Das fördert: Entschleunigung das Ankommen im Moment Abstand zu Belastungen Erholung für Körper und Geist Viele Betroffene berichten, dass sie in der Zeit mit dem Pferd „endlich einmal abschalten“ können. 6. Bewegung aktiviert Glückshormone Bewegung an der frischen Luft: steigert Endorphine verbessert die Stimmung löst Blockaden hebt den Energielevel Besonders bei Depression ein wichtiger Faktor. Für wen eignet sich Reittherapie besonders? Für Menschen, die … sich erschöpft oder ausgebrannt fühlen anhaltende Müdigkeit oder Überforderung erleben sich leer oder kraftlos fühlen unter Stresssymptomen leiden emotionale Instabilität haben wieder mehr Körpergefühl entwickeln möchten Stabilität, Struktur und Ruhe suchen Reittherapie ist sowohl für Erwachsene, als auch für Jugendliche geeignet. Wie eine Reittherapieeinheit aussehen kann Ankommen im Hier & Jetzt Atemübungen am Pferd ruhiges Führen oder Geführtwerden Übungen im Schritt: Gleichgewicht, Atmung, Wahrnehmung Rituale für Sicherheit und Struktur Reflexion & Abschluss Alles in deinem Tempo – ohne Druck, ohne Bewertung. Fazit: Pferde geben Kraft, Klarheit und Halt Reittherapie kann Menschen mit Burnout oder Depression helfen, wieder mit sich selbst in Verbindung zu kommen. Sie stärkt den Körper, beruhigt den Geist und nährt das emotionale Gleichgewicht. Der Weg zurück in die Kraft beginnt oft dort, wo Worte nicht reichen – in der stillen, ehrlichen Begegnung mit dem Pferd. „Wenn du dir Unterstützung wünschst und einen sanften, natürlichen Weg suchst, kann die Reittherapie eine wertvolle Ergänzung sein. Lass uns gemeinsam herausfinden, was dir gut tut.“
von Verena Schickling 6. Dezember 2025
Viele erwachsene Reiter glauben, dass ein sicherer Sitz und gute Hilfengebung reichen, um einen entspannten Ausritt zu genießen. Doch wer im Gelände wirklich sicher und harmonisch reitet, weiß: Es kommt nicht nur auf das Reiten an – es kommt vor allem auf das Gelände an. Aufmerksamkeitsfähigkeit, das Einschätzen von Situationen und ein feines Gespür für das Pferd sind mindestens genauso wichtig wie reiterliche Fähigkeiten. In diesem Beitrag zeige ich dir, warum das Gelände selbst ein aktiver Teil deines Reitabenteuers ist – und wie du lernst, dein Pferd, eure Umgebung und mögliche Reaktionen frühzeitig zu lesen. 1. Das Gelände: Ein ständig wechselnder „Trainingspartner“ Waldwege, Feldwege, Wurzeln, Steigungen, rutschige Passagen, weicher Boden oder Schotter – jedes Terrain fordert etwas anderes. Für fortgeschrittene Reiter ist es wichtig, nicht nur zu reiten, sondern die Umgebung aktiv zu scannen: Worauf solltest du achten? Bodenbeschaffenheit : Wie tief ist der Boden? Rutschgefahr? Lockere Steine? Wetterlage : Regen, Frost und Trockenheit verändern Wege massiv. Sichtbarkeit : Enge Kurven, dunkle Waldbereiche, grelles Licht – all das beeinflusst das Pferd. Geräusche : Rascheln, Wind, Wildtiere, Radfahrer – dein Pferd nimmt sie oft früher wahr als du. Wer Gelände bewusst wahrnimmt, kann frühzeitig passend reagieren – und reitet automatisch sicherer. 2. Beobachte dein Pferd: Was sieht es? Was beschäftigt es? Ein fortgeschrittener Reiter erkennt sehr früh, wann das Pferd seine Aufmerksamkeit auf etwas richtet – und warum. Typische Signale, die du lesen lernen solltest: Ohren gehen nach vorne oder wechseln schnell Pferd hebt den Kopf, bleibt stehen oder wird langsamer Pferd beginnt intensiver zu schnaufen Körper wird „steifer“ → mögliche Unsicherheit Statt das Pferd sofort weiterzutreiben, hilft es oft mehr: ✔ kurz stehen bleiben, schauen lassen, loben ✔ selbst ruhig bleiben und normal atmen ✔ dem Pferd erklären: Ich habe es gesehen – alles gut Diese gemeinsame Wahrnehmung stärkt Vertrauen und verhindert Schreckmomente. 3. Vorausschauendes Reiten – nicht nur für die Technik, sondern für die Sicherheit Das Gelände ist wie eine Straße ohne Verkehrsschilder. Du musst selbst entscheiden: Wo ist es sinnvoll zu traben oder zu galoppieren? Wo lieber Schritt, weil der Boden uneben ist? Wann könnte Wild aus dem Wald kommen? Wo könnten Spaziergänger oder Hunde auftauchen? Ein fortgeschrittener Reiter reagiert nicht nur – er denkt voraus : „Was könnte als Nächstes passieren? Wie könnte mein Pferd reagieren?“ So entsteht eine mental ruhige, aber wachsame Haltung. 4. Die gemeinsame Wahrnehmung stärkt die Partnerschaft Geländereiten ist eine der schönsten Arten, mit seinem Pferd zusammenzuwachsen. Denn hier zählt nicht nur Technik – hier zählt echte Verbindung. Was du im Gelände trainierst: gegenseitiges Vertrauen gemeinsame Lösungsstrategien Ruhe in neuen Situationen Reaktionsfähigkeit, ohne hektisch zu werden selbstbewusstes, aber faires Reiten Viele Reiter berichten, dass sich im Gelände oft zeigt, wie stabil das Fundament der Partnerschaft wirklich ist. 5. Tipps für fortgeschrittene Reiter, die im Gelände noch sicherer werden möchten Reite bewusst „mit offenen Sinnen“ – nicht im Autopilot. Scanne den Weg 10–20 Meter voraus. Achte auf Ohren, Atmung und Körpersprache des Pferdes. Halte Zügelverbindung weich und elastisch. Plane Gangarten passend zum Boden. Halte Pausen zum Schauen und Durchatmen. Nimm Rücksicht auf andere Nutzer wie Wanderer, Mountainbiker und Hunde. Fazit Reiten im Gelände ist weit mehr als das freie Reiten außerhalb der Arena. Es ist Naturerlebnis, Wahrnehmungsschulung, Achtsamkeit – und ein echtes Zusammenspiel zwischen Reiter, Pferd und Umgebung. Gerade für fortgeschrittene Erwachsene liegt die Herausforderung nicht in schwierigeren Lektionen, sondern im bewussten, sicheren und verantwortungsvollen Reiten im natürlichen Terrain. Wer lernt, nicht nur sein Pferd, sondern auch das Gelände zu „lesen“, wird nicht nur sicherer – sondern auch entspannter und harmonischer mit seinem Pferd unterwegs. Bereit für bewusste Ausritte in der Natur? Entdecke, wie harmonisch Geländereiten sein kann, wenn Mensch und Pferd miteinander wahrnehmen statt nur „reiten“. 👉 Kontakt aufnehmen
von Verena Schickling 6. Dezember 2025
Viele Eltern wünschen sich, dass ihr Kind möglichst früh frei reiten kann. Doch ob ein Kind bereit dafür ist, hängt nicht vom Alter alleine ab, sondern von motorischer Entwicklung, Körperspannung, Konzentration, emotionaler Stabilität und Erfahrung im Umgang mit dem Pferd. Der Übergang vom geführten Reiten zum freien Reiten ist ein wichtiger Schritt – und sollte gut vorbereitet sein. Geführtes Reiten ist kein Rückschritt, sondern die Basis für sicheres, selbstständiges Reiten. Warum Kinder mit 4 Jahren noch nicht frei reiten sollten 1. Die motorische Entwicklung ist noch nicht weit genug Mit etwa vier Jahren fehlt Kindern häufig: die nötige Körperspannung , um stabil zu sitzen die Koordination von Zügel-, Schenkel- und Gewichtshilfen eine schnelle, angepasste Reaktionsfähigkeit , z. B. wenn das Pony stehenbleibt oder überraschend zur Seite geht Reiten erfordert eine stabile Mitte, Gleichgewicht und kontrollierte Bewegungen – Fähigkeiten, die sich erst zwischen 6–9 Jahren voll ausprägen. 2. Die Aufmerksamkeitsspanne ist zu kurz Kinder in diesem Alter lassen sich sehr leicht ablenken. Schon ein kurzer Blick zur Seite reicht aus, um: das Gleichgewicht zu verlieren unbewusst mit den Beinen zu treiben die Zügel loszulassen Anweisungen nicht mehr umzusetzen Frei reiten bedeutet jedoch, dauerhaft aufmerksam zu bleiben und auf das Verhalten des Pferdes zu reagieren. 3. Gefahrensituationen können noch nicht eingeschätzt werden Junge Kinder können Situationen wie: plötzliches Stehenbleiben schneller werdende Schritte Tiere oder Geräusche im Umfeld unerwartete Bewegungen des Pferdes noch nicht zuverlässig einschätzen. Sie reagieren oft impulsiv oder „frieren ein“ – beides kann beim freien Reiten gefährlich sein. 4. Die emotionale Reife ist noch nicht vorhanden Kinder mit 4 Jahren … erschrecken schneller können Unsicherheiten nicht gut selbst regulieren brauchen körperliche Nähe und klare Führung Frei reiten bedeutet Verantwortung – und die ist in diesem Alter meistens noch zu groß. 5. Die Beinlänge reicht oft noch nicht für klare Hilfen Viele Kinder können in diesem Alter: die Beine nicht lang genug am Pferd anlegen treibende Hilfen nicht bewusst geben das Pony nicht zuverlässig anhalten Richtungswechsel nicht klar einleiten Das bedeutet: Auch wenn das Kind „selbst reiten möchte“, versteht das Pony die Hilfen oft nicht richtig. Wie Kinder reiten lernen – die drei Entwicklungsstufen 1. Geführtes Reiten (ca. 3–6 Jahre) Hier steht der Aufbau von Grundfähigkeiten im Vordergrund: Gleichgewicht Rumpfstabilität Sicherheit auf verschiedenen Untergründen spielerisches Erleben der Pferdebewegung Geführtes Reiten ermöglicht motorische Förderung ohne Überforderung. 2. Reiten an der Longe oder mit Pad/Griff (ca. 5–8 Jahre) Jetzt lernen Kinder: aufrecht und stabil zu sitzen einfache Zügelhilfen bewusste Richtungswechsel Tempo zu regulieren Ruhe zu halten, auch wenn etwas passiert Ein Voltigiergurt oder Griff ermöglicht freie, sichere Bewegung, ohne dass die Hände zum Festhalten nötig sind. 3. Freies Reiten (meist ab 6–9 Jahren) Ein Kind ist bereit, frei zu reiten, wenn es: ✔ stabil und ohne Festhalten sitzen kann ✔ bewusst lenken und anhalten kann ✔ Hilfen gezielt und ruhig gibt ✔ aufmerksam bleibt ✔ nicht in Panik verfällt, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert ✔ die Verantwortung für das Pferd akzeptieren kann Nicht das Alter entscheidet, sondern die Reife und Sicherheit des Kindes. Wie Trainer und Eltern erkennen, dass ihr Kind bereit für das freie Reiten ist Diese Anzeichen zeigen, dass der Übergang sinnvoll ist: das Kind hört zuverlässig zu es verliert in Kurven nicht das Gleichgewicht es kann das Pony selbstständig anhalten es bleibt ruhig, wenn das Pony schneller geht es kann einfache Übungen ohne Hilfe ausführen es zeigt Freude und Selbstvertrauen Fehlt eines dieser Elemente, ist geführtes Reiten weiterhin der sicherste Weg. Sicherheit geht immer vor Egal, ob geführt oder frei: Reithelm ist Pflicht das Pony muss zur Größe passen das Umfeld muss sicher und ruhig sein keine schnellen Gangarten ohne Begleitung kurze Einheiten für junge Kinder Je sicherer der Rahmen, desto mehr Freude und Erfolgserlebnisse haben die Kinder. Fazit: Freies Reiten ist kein Wettlauf – jedes Kind hat seinen eigenen Zeitpunkt Kinder entwickeln sich sehr unterschiedlich. Einige reiten mit 6 Jahren frei, andere mit 9 Jahren – und beides ist richtig. Geführtes Reiten, spielerisches Üben und Reitpädagogik bilden die Grundlage für spätere Sicherheit im Sattel. Wenn der Körper, die Konzentration und die emotionale Reife stimmen, kommt das freie Reiten fast von selbst. Jedes Kind hat seinen eigenen Weg im Sattel. Gerne begleite ich euch dabei – liebevoll, sicher und kindgerecht. 👉 Eine Schnupperstunde anfragen
von Verena Schickling 6. Dezember 2025
Kinder mit Autismus erleben die Welt intensiver, oft reizüberfluteter und mit besonderen Herausforderungen in der Kommunikation, Wahrnehmung und sozialen Interaktion. Die Arbeit mit Pferden kann für diese Kinder ein unglaublich wirkungsvoller Zugang sein – ruhig, klar strukturiert und frei von Bewertung. In diesem Beitrag erfährst du, wie Reittherapie bei Autismus unterstützt, welche Ziele verfolgt werden und warum gerade Pferde ein so wertvoller Therapiepartner sind. Warum Pferde Kindern mit Autismus so guttun 1. Pferde kommunizieren klar, ruhig und nonverbal Pferde reagieren auf Körpersprache, Atmung und Energie – nicht auf Sprache. Das ist besonders wertvoll für Kinder mit Autismus, die: nonverbale Kommunikation oft leichter verarbeiten weniger Druck empfinden einfache, klare Rückmeldungen bekommen Die Reaktion des Pferdes ist authentisch und direkt, aber nie wertend. 2. Struktur & Rituale geben Sicherheit Reittherapie folgt klaren, wiederkehrenden Abläufen: Begrüßung des Pferdes gemeinsames Putzen Schritt für Schritt vorbereiten Übungen am Boden oder beim Reiten Kinder wissen, was sie erwartet. Diese Vorhersehbarkeit reduziert Stress und fördert Vertrauen. 3. Die Bewegung des Pferdes ordnet die Körperwahrnehmung Viele Kinder mit Autismus haben Schwierigkeiten in der Wahrnehmungsverarbeitung. Das Bewegungsmuster des Pferdes wirkt hier: rhythmisch dreidimensional beruhigend Der Körper ordnet sich, Spannung lässt nach, der Atem wird ruhiger. 4. Stärkung von Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeit Ein Kind, das ein großes Tier führen, pflegen oder sogar reiten kann, erlebt: „Ich kann etwas!“ „Das Pferd vertraut mir!“ „Ich bewirke etwas mit meinem Verhalten!“ Diese Erfahrungen wirken tief – auch außerhalb der Reittherapie. 5. Emotionale Regulation durch den Kontakt mit dem Pferd Pferde spiegeln Stimmungen feinfühlig. Kinder lernen dadurch: wie Atmung sich auf das Pferd auswirkt wie Ruhe entsteht wie sie selbst innerlich stabiler werden Besonders hilfreich bei: Reizüberflutung innerer Unruhe emotionaler Anspannung Wie eine Reittherapie-Einheit bei Autismus aufgebaut ist Bei mir läuft eine typische Einheit so ab: Ankommen & kurze Orientierung – Was machen wir heute? – Welches Pony begleitet uns? Begrüßung & Putzen – klare Abläufe – Führen, Stoppen, einfache Signale – viel Ruhe & Zeit – sensorische Erfahrungen (Bürsten, Kontakt, Wärme) Übungen auf dem Pferd – je nach Ziel – Gleichgewicht – Entspannung – Orientierung im Raum – Selbstwirksamkeit Ritualisiertes Abschlussritual – Pony verabschieden – kurze Reflexion – Übergang in den Alltag erleichtern Alles erfolgt in einem ruhigen Tempo, individuell angepasst und ohne jeglichen Leistungsdruck. Typische Ziele in der Reittherapie bei Autismus Förderung von Körperwahrnehmung & Motorik Verbesserung der emotionalen Regulation Steigerung von Konzentration & Aufmerksamkeit Abbau von Ängsten und innerer Anspannung Soziale Kompetenz stärken Selbstbewusstsein aufbauen Förderung von Alltagstauglichkeit und Struktur Für wen ist Reittherapie besonders geeignet? Für Kinder, die z. B.: Schwierigkeiten mit Übergängen haben wenig Selbstvertrauen zeigen reizüberflutet sind motorische Besonderheiten haben soziale Kontaktaufnahme schwer finden Reittherapie kann hier eine sanfte, aber sehr wirkungsvolle Unterstützung sein. Fazit Die Reittherapie kann Kindern mit Autismus einen geschützten Raum bieten, in dem sie Ruhe finden, Sicherheit erleben und in ihrem eigenen Tempo wachsen dürfen. Durch klare Strukturen, nonverbale Kommunikation und die besondere Präsenz der Pferde entsteht ein Umfeld, das viele Kinder auf ganz natürliche Weise dabei unterstützt, sich zu öffnen, Fortschritte zu machen und neue Stärken zu entwickeln. Jede Einheit wird individuell gestaltet – angepasst an die Bedürfnisse, Ziele und die Tagesform des Kindes. So wird Reittherapie zu einem ganz persönlichen Weg, der Vertrauen schafft, stärkt und Mut macht. Wenn du Interesse an einer Reittherapie oder Fragen zu meinem Angebot hast, freue ich mich über eine Nachricht . 👉 Hier geht’s zu den Reittherapie-Angeboten: https://www.rundum-tierisch-reiten.de/reittherapie
18. November 2025
Reittherapie unterstützt Kinder mit ADHS durch klare Strukturen, Bewegung und die beruhigende Wirkung des Pferdes. So fördern Pferde Konzentration, Selbstbewusstsein und emotionale Stabilität. Viele Eltern von Kindern mit ADHS suchen nach Unterstützung, die nicht nur im Kopf, sondern ganzheitlich wirkt. Reittherapie verbindet Bewegung, Struktur und emotionale Bindung – ein wirksamer Ansatz, um innere Unruhe, Impulsivität und Konzentrationsschwierigkeiten positiv zu beeinflussen. Das Pferd wird dabei zum Co-Coach, der Ruhe, Klarheit und ehrliche Rückmeldung gibt. Kinder erleben Selbstwirksamkeit – und das ganz ohne Leistungsdruck. Warum Reittherapie bei ADHS so wirksam ist 1. Rhythmische Bewegung beruhigt das Nervensystem Die sanfte, gleichmäßige Bewegung des Pferdes wirkt: strukturierend taktil beruhigend sensorisch ausgleichend Sie hilft Kindern, zur Ruhe zu kommen und ihren Körper besser zu spüren. Viele ADHS-Kinder profitieren enorm davon, dass sie Bewegung bekommen, ohne dabei überfordert zu werden. 2. Klare Strukturen geben Orientierung Kinder mit ADHS brauchen: wiederkehrende Abläufe klare Regeln vorhersehbare Schritte Reittherapie bietet genau das: Begrüßen Pflege & Kontakt geführte Übungen kleine Aufgaben im Sattel Abschlusssituationen Diese Struktur schafft Sicherheit, reduziert Stress und gibt Halt. 3. Impulskontrolle wird spielerisch trainiert Ein Pferd reagiert unmittelbar auf: unruhige Bewegungen hektische Gesten laute Impulse Kinder lernen, ihre Energie bewusst zu regulieren , weil sie sonst merken, dass das Pferd nervös wird oder stehenbleibt. → Das Pferd spiegelt, ohne zu bewerten. → Kinder erleben sofort: „Wenn ich ruhig bleibe, bleibt auch mein Pferd ruhig.“ Das macht die Impulskontrolle greifbar – nicht abstrakt. 4. Konzentration verbessert sich durch zielgerichtete Aufgaben Während der Reittherapie müssen Kinder: Anweisungen hören Bewegungen koordinieren auf das Pferd achten auf sich selbst achten Sie richten dadurch ihren Fokus natürlicherweise aus – ganz ohne Druck. Beispiele: im Slalom führen über Gassen reiten Balanceübungen auf dem Pferd Gegenstände greifen/platzieren „Stopp – Go“-Übungen 5. Selbstbewusstsein und Erfolgserlebnisse ADHS-Kinder erleben im Alltag oft: Kritik Misserfolge Überforderung Beim Pferd erfahren sie hingegen: echte Verantwortung Vertrauen Erfolgserlebnisse Wertschätzung Ein „Ich kann das!“ ist hier nicht pädagogisch erzeugt, sondern entsteht aus der echten Erfahrung mit dem Pferd. Praxisbeispiele aus der Reittherapie Balance & Körperwahrnehmung Arme seitlich ausbreiten in verschiedene Richtungen drehen stehen/sitzen im Schritt wechseln Konzentrations- & Strukturübungen Trail-Parcours Stationenlauf Pylonen-Slalom Heranführen an Aufgaben in klarer Reihenfolge Selbstregulation & Impulskontrolle Pferd zum Halten bringen bewusst ruhig atmen leise und klare Kommandos geben langsames vs. schnelles Tempo vergleichen Für wen eignet sich Reittherapie bei ADHS? Besonders hilfreich ist sie für Kinder, die: sich schlecht konzentrieren können innerlich unruhig sind große Impulsivität zeigen Probleme mit Körperwahrnehmung haben Schwierigkeiten im Sozialverhalten haben emotional schnell überfordert sind Der ganzheitliche Ansatz verbindet Körper, Emotionen, Wahrnehmung und Verhalten. Fazit: Reittherapie schafft Raum für Ruhe, Fokus und Selbstbewusstsein Reittherapie bietet Kindern mit ADHS einen einzigartigen Zugang zu Ruhe, Klarheit und Selbstregulation. Die Kombination aus Bewegung, Struktur und der besonderen Wirkung des Pferdes macht sie zu einem wertvollen Baustein in der Förderung – mit echter Freude und spürbarem Fortschritt.
18. November 2025
Wie Reittherapie Kindern mit motorischen Entwicklungsverzögerungen hilft: Gleichgewicht, Rumpfstabilität, Koordination & Körperwahrnehmung spielerisch fördern – dank der Bewegung des Pferdes. Wenn Bewegung schwerfällt Viele Kinder haben Schwierigkeiten mit Gleichgewicht, Koordination oder Muskelspannung. Motorische Entwicklungsverzögerungen zeigen sich z. B. durch unsicheren Gang, schwache Körperspannung, unpräzise Bewegungen oder wenig Kraft. Reittherapie bietet hier eine außergewöhnlich wirksame und gleichzeitig kindgerechte Möglichkeit zur Förderung – ohne Leistungsdruck und mit viel Freude. Warum Reittherapie so gut wirkt: Die 3D-Bewegung des Pferdes Der entscheidende Effekt liegt in der Bewegungsübertragung des Pferderückens : Bei jedem Schritt bewegt sich das Pferd dreidimensional, ähnlich dem menschlichen Gangbild. Kinder „reiten“ sozusagen auf einem natürlichen Bewegungsprogramm mit. Diese Bewegung wirkt gleichzeitig auf: Gleichgewicht und Balance Rumpfstabilität und Core-Muskulatur Koordination und Körperkontrolle Muskeltonus (Anspannung/Entspannung) Bewegungsplanung (Motorik + Gehirn) Der Körper des Kindes lernt automatisch mitzuarbeiten – ganz ohne komplizierte Anweisungen. Förderbereiche im Detail 1. Gleichgewicht verbessern Durch das ständige Anpassen an die Bewegung des Pferdes wird das Gleichgewicht kontinuierlich geschult. Kinder, die schnell umfallen, unsicher laufen oder Schwierigkeiten mit Hüpf- und Balancieraufgaben haben, profitieren besonders davon. 2. Rumpfmuskulatur und Core-Stabilität Eine stabile Körpermitte ist Grundlage für alle weiteren Bewegungsabläufe. Beim Sitzen auf dem Pferd aktivieren sich Bauch-, Rücken- und Beckenmuskeln automatisch. 3. Koordination & Bewegungsplanung Reittherapie fördert die Fähigkeit, Bewegungen zu planen und sinnvoll abzurufen. Kinder müssen: sich anpassen Bewegungen kontrollieren Arme und Beine unabhängig einsetzen Diese Fähigkeiten sind essenziell für Sport, Schule und Alltag. 4. Muskeltonus regulieren Die rhythmische Bewegung hilft Kindern mit: zu niedrigem Muskeltonus (schlaffe Haltung, schnelle Ermüdung) zu hohem Muskeltonus (steif, verkrampft) Das Pferd wirkt regulierend und unterstützend – ohne Überforderung. Praktische Übungen auf dem Pferd Balance-Übungen Arme kreisen Hände auf Knie, Schultern, in die Luft ein Arm hoch – ein Arm runter „Fahne halten“ Koordinationsspiele Bälle zuwerfen Gegenstände greifen oder sortieren Übungen mit Pylonen und Dual-Linien Kräftigung Sitzvariationen (Seit- und Rückwärtsreiten) sanftes Aufstehen-Sitzen (leichter Entlastungssitz) Zügel-/Gassenübungen im Schritt Sensorische Förderung verschiedene Untergründe Ponys bürsten Nähe & Druckreize wahrnehmen Warum Kinder diese Therapieform lieben Der größte Vorteil: Kinder merken oft gar nicht, dass sie „trainieren“. Sie bewegen sich, lachen, knüpfen Bindung und erleben Erfolg – ganz ohne Druck. Das Pferd ist dabei Motivator, Partner und emotionaler Anker. Selbst unsichere oder wenig bewegungsfreudige Kinder trauen sich plötzlich viel mehr. Für wen eignet sich Reittherapie besonders? unsicherer Gang, häufiges Stolpern verzögerte Grob- oder Feinmotorik schwache Körperspannung Gleichgewichtsstörungen Entwicklungsverzögerungen hypotone oder hypertone Muskulatur Haltungsschwäche Schwierigkeiten in Sport oder Alltag Fazit: Ganzheitliche Bewegung – mit Freude statt Frust Reittherapie ist eine wirkungsvolle Unterstützung bei motorischen Entwicklungsverzögerungen. Sie verbindet therapeutische Effekte mit emotionaler Motivation – ein ganzheitlicher Ansatz, der Kinder stärkt, fordert und begeistert.
14. November 2025
Trailtraining ist viel mehr als das Reiten über ein paar Hindernisse. Es ist ein ruhiger, klarer Dialog zwischen Mensch und Pferd – Schritt für Schritt, Impuls für Impuls. Im Trail zeigt sich, wie fein wir wirklich reiten , denn jedes Hindernis fordert: Ruhe, Balance, Vertrauen, Gefühl und eine klare, leise Kommunikation. In diesem Artikel erfährst du, warum Trailtraining so wertvoll ist, wie es dein Pferd körperlich und mental stärkt und welche einfachen Übungen du direkt ausprobieren kannst. Was ist Trailtraining überhaupt? Im Westernreiten bedeutet Trailtraining, verschiedene Hindernisse in einem ruhigen, klaren Tempo zu durchreiten: Slalom, Brücke, Tor, Stangen, Dualgassen, Kreise, Übergänge. Trail ist keine Show – es ist feines Horsemanship. Das Pferd soll aufmerksam, konzentriert und entspannt durch die Übungen gehen, ohne Druck, ohne Eile. Warum Trailtraining so wertvoll ist 1. Mentale Vorteile Trailtraining verbessert: die Konzentration die Gelassenheit das Selbstvertrauen die Achtsamkeit Weil jede Aufgabe klar strukturiert ist, entsteht beim Pferd (und Reiter!) ein ruhiger Fokus. Unsichere Pferde gewinnen Mut – überforderte Pferde lernen Ruhe und Struktur. 2. Körperliche Vorteile Trail ist gymnastizierend, ohne anstrengend zu sein. Das Pferd verbessert: Trittsicherheit Koordination Gleichgewicht Schulter- und Hinterhandaktivität Körperbewusstsein Gerade für junge Pferde, ältere Pferde oder Reittherapie-Pferde ist Trailtraining ideal. 3. Vorteile für den Reiter Trail schult den Menschen mindestens genauso: feine Hilfengebung ruhigen Sitz klare Linie Atmung & Energie Führen durch Körpersprache statt Kraft Timing & Balance Vertrauen in den Partner Pferd Trail zeigt sofort: Reite ich klar? Oder unruhig? Das Pferd gibt Feedback – ehrlich und wertfrei. Die Grundprinzipien im Trailtraining 1. Ruhe vor Tempo Im Trail geht es nie darum, schnell zu sein. Je ruhiger der Reiter, desto ruhiger das Pferd – desto klarer die Bewegung. 2. Ein Hindernis ist kein Test, sondern eine Aufgabe Das Pferd soll lernen nachzudenken, nicht „durchzurennen“. Gib ihm Zeit. 3. Kleine Hilfen – große Wirkung Sitz, Atmung, Energie und Blickführung sind wichtiger als Schenkel oder Zügel. Drei einfache Trailübungen zum Start 1. Slalom Material: 5–6 Pylonen Ziel: Lenkung über Blick, Sitz und Energie Tipp: Hände bleiben ruhig; Biegung entsteht über deinen Körper, nicht durch Ziehen. 2. Dualgassen-L Material: 4 Dualgassen Ziel: ruhiges Durchreiten und Rückwärtsrichten Tipp: Perfekt für Körperkontrolle & Vertrauen – ideal für Anfänger und Umsteiger. 3. Übertreten über 4 Stangen / Gassen Ziel: Koordination & Rhythmus Tipp: Pferd soll nicht springen – sondern bewusst jeden Schritt setzen. Trailtraining im Westernreiten – warum es so gut zu deinem Pferd passt Westernreiten bedeutet: Leise Hilfen, klare Energie, ruhige Aufgaben. Trailtraining verbindet genau das: → Achtsames Reiten → strukturierte Übungen → mentale Ruhe → körperliche Förderung Trail hilft dir, ein Pferd zu bekommen, das zuhört, vertraut und konzentriert mit dir arbeitet. Fazit Trailtraining ist eines der wertvollsten Werkzeuge im Westernreiten – ruhig, strukturiert, pferdefreundlich und voller Lernmomente. Es verbessert nicht nur das Pferd, sondern auch den Reiter: Atmung, Energie, Balance und Körpergefühl werden klarer und feiner. Ein guter Trail beginnt immer mit Ruhe – und endet mit Vertrauen.
14. November 2025
Einatmen. Aufrichten. Loslassen. Ruhe finden. Vielleicht hast du es schon einmal erlebt: Du bist angespannt, konzentriert, vielleicht etwas nervös – und plötzlich wirkt auch dein Pferd unruhiger. Das ist kein Zufall. Pferde nehmen unsere Atmung, Spannung und Energie unglaublich fein wahr. In diesem Beitrag erfährst du, wie bewusstes Atmen dir hilft, ruhiger zu reiten, dein Pferd besser zu verstehen und mehr Harmonie im Sattel zu finden. Warum Atmung im Reiten so wichtig ist Unsere Atmung beeinflusst alles: unsere Körperhaltung unseren Sitz unsere Energie und sogar die Herzfrequenz Pferde reagieren darauf sofort. Wenn wir flach und hektisch atmen, steigt unser Muskeltonus – wir werden fester, weniger beweglich, unruhiger. Das Pferd merkt das und spiegelt diese Unruhe zurück. Atmen wir dagegen tief und bewusst , entsteht Entspannung im Körper, unser Schwerpunkt sinkt, der Sitz wird weich – und das Pferd folgt dieser Ruhe. Einatmen = Energie Ausatmen = Loslassen Eine der wichtigsten Erkenntnisse: Unsere Atmung wirkt wie ein inneres Hilfensystem . Einatmen – Energie & Aufrichtung Beim Einatmen richten wir uns automatisch etwas auf. Der Brustkorb hebt sich, wir werden „größer“, unsere Energie steigt. 👉 Das spürt dein Pferd als: „Wir bewegen uns weiter.“ „Es geht los.“ „Es kommt Aktivität.“ Ausatmen – Ruhe & Anhalten Beim langsamen Ausatmen sinkt unser Schwerpunkt. Der Körper wird weicher, die Hüften schwingen entspannter mit, die Energie wird ruhiger. 👉 Das spürt dein Pferd als: „Wir sollen langsamer werden.“ „Wir sollen anhalten.“ „Alles ist gut – Entspannung.“ Viele Reiter sind überrascht, wie zuverlässig Pferde darauf reagieren – oft besser als auf Schenkel oder Zügel. Wie Pferde unsere Atmung wahrnehmen Pferde sind Meister darin, die kleinsten Veränderungen zu registrieren. Sie spüren: Muskelspannung Blickrichtung Aufrichtung oder Einsinken unseren Atemrhythmus unseren emotionalen Zustand Durch die Atmung kannst du deinem Pferd also unbewusst sehr viel mitteilen – im Guten wie im Schlechten. Übung für den Alltag – sofort ausprobierbar Diese kleine Übung kannst du bei jeder Reitstunde einbauen: Übung: „Stopp durch Ausatmen“ Reite im Schritt auf einer langen Seite. Atme tief ein – richte dich auf. Dann atme langsam aus, senke deine Schultern, werde weich im Becken. Stell dir vor, dein Atem fließt „in den Sattel hinein“. Denke „Stopp“. 👉 In 80% der Fälle hält das Pferd von allein an. Später funktioniert es sogar im Trab. Übung: „Losreiten durch Atmen“ Bleibe im Halt. Atme tief ein – richtest dich auf. Deine Energie wird „größer“. Gib eine minimale Schenkelhilfe. 👉 Das Pferd verbindet Einatmen + Energie mit Vorwärts. Atmung – die stille Sprache im Westernreiten Besonders im Westernreiten spielt Atmung eine große Rolle: ruhiger Sitz feine Hilfen weniger Zügelarbeit mehr Energiearbeit klare Körpersprache Gelassenheit und Vertrauen Atmung hilft nicht nur dir, sondern auch deinem Pferd, sich zu entspannen. Es entsteht eine Verbindung, die ohne Worte funktioniert. Fazit Deine Atmung ist eine der stärksten, aber stillsten Hilfen im Reiten. Sie beeinflusst deinen Körper, deine Energie und damit auch dein Pferd. Mit jedem bewussten Atemzug wirst du ruhiger – und dein Pferd wird es auch. 👉 Möchtest du lernen, wie du mit Atmung, Sitz und feinen Hilfen reitest? Ich unterstütze dich gerne auf deinem Weg zu feinen Hilfen und einem achtsamen Reitstil.